Auf der Suche nach der Wahrheit
BAD LANGENSALZA. Lesungen mit Indianer-Kopfschmuck, immer einen frechen Spruch auf den Lippen - so kennen seine Fans Autor Dominik Bartels. Doch er kann auch anders. Das bewies er am Freitagabend im Rahmen des Thüringer Bücherfrühlings.Erst wenige Wochen ist es her, dass Bartels letztmals in Bad Langensalza gastierte. Auf Einladung der Salza-Buchhandlung kam er aber gern erneut, um seinen Roman "Bruderkuss" vorzustellen, der ganz frisch in den Regalen liegt.Die Buchhandlung in der Fußgängerzone reichte für diese Lesung nicht mehr aus. Da sich viele Literaturfans nach Karten erkundigt hatten, las Bartels im Friederikenschlösschen. "Hier war ich erst zweimal", verriet er. "Einmal habe ich als Jugendlicher eines der Fenster eingeworfen, und das nächste Mal war ich Trauzeuge meines besten Freundes." Nun also stand er selber im Mittelpunkt - mit einem Werk, das für Gesprächsstoff unter den Gästen sorgte. Denn Bartels widmete sich einem Thema, das auch heute noch, 20 Jahre nach der Wende, die Menschen spaltet.
Der Autor erzählt die Familiengeschichte von Paolo Wagner, einem Bad Langensalzaer. Dessen Schwester wurde kurz vor der Wende erschossen - beim Versuch der Republikflucht, wie es offiziell hieß. Die Staatssicherheit nahm daraufhin die Familie in die Mangel, gesprochen wurde über den tragischen Tod nie mehr. Bis Paolo, zehn Jahre später, in die Heimat zurückkehrt und anfängt, Fragen zu stellen.
Er sichtet alte Stasi-Akten, sucht Menschen auf, die an den Ermittlungen beteiligt waren. Die konstruierte Geschichte von damals bröckelt immer mehr. Erschossen, so viel steht fest, wurde seine Schwester. Aber nicht an der Grenze. Und warum war der Schutzwall damals, in der Todesnacht, über Stunden unbewacht? Wer hatte ein Motiv, seiner Schwester etwas anzutun? Und wer einen Grund, die wahren Umstände ihres Todes zu vertuschen?
Gebannt hörten die Gäste Bartels Lesung zu - und ergriffen im Anschluss die Chance, ihm Fragen zu stellen. Nein, beschwichtigte er, er habe keinen realen Fall beschrieben. "Das ist alles Fiktion, aber Vorkommnisse wie dieses gab es wirklich", betonte der Autor. Drei Jahre lang hatte er in verschiedenen Archiven recherchiert, hatte Menschen befragt, die damals mit ähnlichen Fällen konfrontiert gewesen waren. Bad Langensalza als Schauplatz hatte Bartels bewusst ausgesucht, denn bis zur Wende lebte er hier. Als Jugendlicher erlebte er mit, wie nach einer jungen Frau gesucht wurde, die in Mühlhausen in den Zug stieg, aber nie in der Kurstadt ankam. Von ihr fehlt noch immer jede Spur. Und er verfolgte Nachrichten über eine Tote im Grenzstreifen. Darauf, erklärte er, baute er seinen Roman auf, bediente sich natürlich aber auch anderer Hinweise, um eine runde Geschichte zu Papier zu bringen.
Das Duo Zweiklang mit Anna Wirth an der Querflöte und Holger Becker am Flügel rundete die Lesung musikalisch ab.
(Britt MANDLER, Thüringer Allgemeine vom 09.03.2009)
_____________________________
"Bruderkuss" bricht mit einem Tabu
Roman von Dominik Bartels behandelt Verbrechen in der DDR, das vermutlich Sowjetsoldaten begangen haben
HELMSTEDT. 20 Jahre nach dem Mauerfall erscheinen viele Bücher, die sich mit den Ereignissen im Jahr 1989 befassen. Der Roman "Bruderkuss" des Helmstedters Dominik Bartels hat den Anspruch, eines der letzten Tabuthemen der ehemaligen DDR aufzugreifen.
Es geht um Verbrechen bis hin zum Mord, die Sowjetsoldaten auf dem Gebiet der DDR begangen haben und die wahrscheinlich von oberster Stelle vertuscht werden sollten, um das Verhältnis zur Bruderarmee nicht zu belasten.
Authentischer Fall
Dominik Bartels recherchierte drei Jahre lang, um einem bislang ungeklärten Fall in seiner Heimatstadt Bad Langensalza (Thüringen) auf die Spur zu kommen. Der Fund einer Frauenleiche an der innerdeutschen Grenze ist authentisch und beherrschte im Sommer 1989 die Berichterstattung in den DDR-Medien. Die Ermittler sprachen von versuchter Republikflucht, doch viele Fragen blieben offen.
Fiktive Recherche
Ausgehend von diesem Kriminalfall, versucht Dominik Bartels, eine mögliche Erklärung zu finden, für das, was damals wirklich passiert ist. Die Recherche übernimmt im Roman der Bruder der Getöteten. Von da an wird die Handlung rein fiktiv.
Die Geschichte führt die Hauptfigur bis nach Kasan, der russischen Partnerstadt von Braunschweig. Wie sie endet, wird an dieser Stelle nicht verraten – um dem Leser nicht die Spannung zu nehmen.
Dominik Bartels war 16 Jahre alt, als 1989 die Mauer fiel. Er weiß also, wovon er schreibt, wenn er literarisch das Heute im Westen mit dem Gestern im Osten verknüpft. Ein bisschen berührt es auch sein Leben, wenn er darüber sinniert, wie bisher die DDR-Historie aufgearbeitet worden ist.
"Meine Geschichte soll verdeutlichen, dass die Wahrheit im Rückblick verschwimmt", sagt der Autor über sein Buch. Täter verharmlosen ihre Taten, Opfer dagegen negierten alles, was irgendwie eine Erklärung liefern könnte. "Darüber hinaus wollte ich zeigen, wie sehr Recherchen in der Vergangenheit das Leben der Menschen in der Gegenwart beeinflusst. Am Ende findet meine Hauptfigur nur Wahrheiten, die zerstören, nicht aber aufklären", ergänzt der Autor.
Was Bartels bei der Sichtung von Stasi-Unterlagen in Erfurt erfuhr, bezeichnet er als "unglaublich": Zum Beispiel die höchst amtliche Anweisung an einen Grenzoffizier, den Todesstreifen kurzfristig zu räumen und sämtliche Wachposten abzuziehen, wahrscheinlich um sicherzustellen, dass es für die Vertuschung des Verbrechens keine Zeugen gibt.
Um solche Schlussfolgerungen in die Handlung eines Romans zu packen, formt Bartels ein Puzzle aus vielen Schrift- und Versatzstücken. "Mein Büro daheim ist in der heißen Phase ein Haufen aus Papierfetzen", verrät der Autor. Absatz für Absatz werde ins Reine geschrieben, und das kann dauern.
Das Ende der zum Teil erdachten Geschichte steht fest, denn, so Bartels, "ich brauche ein Ziel, auf das ich zusteuern und schließlich auch den Leser hinführen kann."
(Jürgen Paxmann, Braunschweiger Zeitung vom 31.01.2009)
_____________________________
Am Ende wird es immer hart
Dominik Bartels las in der Salza-Buchhandlung aus seinem Roman
Streikende Rentner, verhaltensauffällige Kinder, sozialkritische Aushilfsweihnachtsmänner: Dominik Bartels wusste mit seinem aktuellen Roman das Publikum in der Salza-Buchhandlung zu begeistern.
"Glaubst Du an die Liebe auf den ersten Blick, oder soll ich später noch einmal vorbeikommen?" Dominik sucht die Liebe und findet sie trotz des drittklassigen Anmachspruchs bei Carola. Und so beginnt die Geschichte von Schnuffi und Bärli, die skurriler nicht sein könnte.
"Am Ende wird es immer hart" hat der Autor Dominik Bartels seinen aktuellen Roman genannt, aus dem er am Freitagabend in der Salza-Buchhandlung las. Einige Episoden, die er in seinem Werk verarbeitete, erlebte er sogar in Bad Langensalza, wo er mehr als zehn Jahre seiner Kindheit verbrachte. Etwa die Geschichte, als er im Alter von elf Jahren die Zöpfe seiner Mitschülerinnen abschnitt. Oder sich an der Entführung des Pfarrerssohnes beteiligte und ihn an einem Baum anband, um zu sehen, ob ihm der liebe Gott hilft.
Begleitet wird Bartels bei seiner Lesereise von Holger Becker, der für musikalische Zwischenspiele sorgt. Und für Gedichte, die an die Romanbegebenheiten anknüpfen.
Kommendes Jahr wird es vermutlich eine weitere Lesung mit Bartels in der Rosenstadt geben. Dann präsentiert er sein neues Buch "Bruderkuss", das zum Teil hier spielt.
(Sabine Spitzer, Thüringer Allgemeine vom 17.11.2008)
_____________________________
Autor bezeichnet Helmstedt-See als Wunder
Schöningen. Die Vorlesereihe während der Wintermonate im Restaurant "Wie in Omas Küche" in Schöningen begann am Dienstagabend. Inhaber Michael Mechow hatte im vergangenen Jahr das kulturelle Angebot gestartet, das starke Resonanz fand und deshalb fortgesetzt wird.
"Es ist wieder soweit", kündigte Mechow vor voll besetztem Haus an und begrüßte den Buchautor Dominik Bartels. Der 34-jährige Helmstedter, der in der Stadtverwaltung Helmstedt arbeitet, ist hier kein Unbekannter, denn er hat vor einem Jahr den 2006 erschienenen Roman "Black Taxi" dort vorgestellt.
Auszüge aus seinem neuen Buch "Am Ende wird es immer hart" erfreuten aus dieses Mal das Publikum im Lokal mit teilweise historischer Einrichtung. Seine Vorträge kamen gut an.
In zwei Beiträgen wurde auch die Stadt Helmstedt mit ihren Einrichtungen und Vorhaben unter die Lupe genommen. "Das Wunder von Helmstedt" nennt Bartels den entstehenden Helmstedt-See, an dessen Ufern im Kohlerevier auch eine Landesgartenschau stattfinden soll.
Das neue Konzept konnte der Autor bei dieser Lesung jedoch nicht verwirklichen, da das Duo 2Klang mit musikalischer Unterstützung kurzfristig nicht teilnehmen konnte. Dennoch war es ein gelungener Abend. Der Funke sprang sehr schnell über. Dem "Unterhalter" gelang es, engen Kontakt zu den Gästen zu bekommen, die zumeist aus Schöningen, aber auch aus Helmstedt kamen.
Es bestand für die Besucher auch die Möglichkeit, das Buch zu erwerben, das im Buchhandel ebenfalls zu erhalten ist. "Ein Euro von jedem verkauften Exemplar kommt dem Verein WISH zugute, der chronisch- und schwerkranken Kindern einen Herzenswunsch erfüllt", hob Dominik Bartels hervor.
Das Gastwirt-Ehepaar sorgte an seinem Ruhetag für familiäre Atmosphäre. Küchenchefin Synke Mechow servierte den Gästen in der Pause eine Suppe.
(Werner Gantz, Braunschweiger Zeitung vom 13.11.2008)
_____________________________
Arme Singles
Mann sucht Frau
Dominik Bartels hat sich zurückgemeldet. Nach dem bewegenden Nordirlandroman "Black Taxi" legt der Autor und städtische Angestellte aus Helmstedt sein zweites Buch vor. "Am Ende wird es immer hart" ist eine höchst ironische Betrachtung des modernen Beziehungsalltags.
Die Idee ist nicht neu: Schon "Mondscheintarif" oder "Schokolade zum Frühstück" nahmen das merkwürdige und verwickelte Liebesleben moderner Singles aufs Korn. Bartels läßt dieses Mal die Männer zu Wort kommen und bestätigt: Denen geht es keinen Deut besser als ihren weiblichen Pendants.
Erfolglose Internetdates, einsame Discobesuche, Seniorentänze - fast mitleiderregend quält sich Single Dominik durch alle Tiefen und Untiefen der Partnersuche. Herzblatt Schnuffi macht ihm später das Leben auch nicht leichter: "Kurz nach 18 Uhr klingelt das Telefon. Können Sie sich das vorstellen? Samstag, 18:10 Uhr, die Sportschau läuft und irgendjemand meint, er könnte mit einem 33-jährigen Durchschnittsdeutschen um diese Zeit ein Telefongespräch führen. Wer kann so ignorant, so selbstverliebt, so rücksichtslos sein? Natürlich, eine Frau!" Auf seinem Spaziergang durch den Beziehungsalltag läßt Bartels kein bekanntes Klischee aus, liebt den schnoddrigen, auch mal ins Ordinäre abrutschenden Stammtischton, wenn er von der ersten Begegnung mit den Schwiegereltern, dem Besuch im Fitnesscenter oder dem gemeinsamen Urlaub erzählt. Doch wer von Beziehungsbüchern noch nicht genug hat, den Stil von Tommy Jauds "Vollidiot" liebt oder noch etwas Unterhaltsames für den Urlaubskoffer sucht - für den ist "Am Ende wird es immer hart" die richtige Lektüre.
(neue Braunschweiger vom 06.08.2008)
_____________________________
Der doppelte Dominik und gegenseitige Schuldzuweisungen beim Flirten
Marbach. Zuckersüß sieht das Lebkuchenherz auf dem Buchumschlag aus. Der Titel darüber heißt "Am Ende wird es immer hart". Dominik Bartels hat dieses Buch geschrieben und bei einer Benefiz- Lesung die Ambivalenzen zwischen Mann und Frau aufgetischt.
Von Astrid Killinger
Manchmal ist dieser 35-jährige Autor grob. Er nimmt nicht nur gewisse Wörter in den Mund. Er schreibt sogar eine ganz lange Szene unverblümt über die Pein eines Mannes, der zu spät bemerkt, dass das Klopapier alle ist, halbnackt das Haus danach durchsucht, prompt von der zurückkehrenden Freundin samt Schwiegermama in spe ertappt wird und so weiter. Sie könnte kippen, diese Szene. Doch da ist die geballte Sprachkraft des Dominik Bartels vor. Wer ihm zuhört, weiß stellenweise nicht mehr, ob er nur hört oder sogar einen Film sieht, so genau, einprägsam und rasant reiht er Bild an Bild. Und da ist dieser Typ selbst, der bei anderen Autoren in solcher Situation zu einem Jammerlappen mutieren würde.
Doch der auf Lebkuchenherz und im Text mit Schnuffi Bezeichnete ist immer nur im allerersten Moment der durch Frauen oder auch Männer verursachten Schrecken eingeschüchtert. Schnell reagiert er dann mit manchmal zwar etwas verzweifeltem, manchmal respektlosem Witz, aber eben doch mit Witz. Den Softie hat er jedenfalls hinter sich gelassen. Die Stimme, die Bartels ihm verleiht, auch körperlich beim Lesen, geht schon eher wieder in Richtung Macho. Das ist es, was mitunter irritiert. Doch Zeit zum Grübeln bleibt nicht. Bartels feuert Pointe um Pointe ab, und schließlich erliegt man (und frau) einfach seiner Schlagfertigkeit, seiner Frechheit und seinen verrückten Ideen.
Eingefädelt wurde die Bekanntschaft Schnuffis mit Freundin Bärli vom Opa des Dominik, wie der Typ auch heißt. Als die Enkelin von Opas Tanzpartnerin auf die "legendärste erste Frage" Dominiks, nämlich "Na, auch hier?" etwas mosert, stellt Dominik in Pädagogenart fest: "Gegenseitige Schuldzuweisungen bringen uns beim Flirten auch nicht weiter." Was bislang als eher weiblich und weise galt, münzt der doppelte Dominik geschickt zum Vorteil der Männer um. Diese seien sehr anpassungsfähig, lässt er beispielsweise das leider etwas spärlich erschienene Publikum wissen. Um dann nur wieder in die Gegenrichtung zu knallen. Wenn nämlich eine Frau sie beim Joggen überhole, würden Männer sofort humpeln und den tapferen Verletzten mimen.
Eindrücklich schildert Bartels die modernen Abenteuer beim All-inclusive-Cluburlaub des jungen Paares. Ein ständig wie ein Gespenst auftauchender Hartschalenkoffermann empfiehlt Schnuffi unter anderem den Gebrauch der Sigg-Flasche. "Aus der habe er schon manchen Rotwein getrunken, erklärte mir der Schwabe."
Soweit zitiert Bartels zunächst ahnungslos-unschuldig. Doch das Publikum bricht in das größte Gelächter des Abends aus. Bartels kapiert, lacht mit, verschanzt sich kurz hinter seinem Buch und ersetzt dann reumütig das Wort Schwabe durch Niedersachse, der er selbst ist.
Dominik Bartels war mit Holger Becker angereist, der mit dem Keyboard zwischen die Textpassagen kurze, passende Melodien schiebt. Zum ersten Mal haben die beiden das so in Marbach praktiziert, und der Versuch war sehr gelungen.
Die Erlöse aus dem Buchverkauf und dem Ausschank sowie die Spenden der Gäste kommen dem Verein Wish zugute, der den Abend im Schlosskeller organisiert hatte. Mit dem Geld erfüllt der Verein schwerkranken Kindern Herzenswünsche. Mitbegründerin Ursula Pink konnte an diesem Abend einen jungen Mann aus Erdmannhausen begrüßen, der als einer der ersten von Wish bedacht wurde. Zusammen mit seinem Vater hat er den Abend genossen.
(Stuttgarter Zeitung vom 21.04.2008)
BLACK TAXI
die Romanbesprechung im EKZ-Bibliotheksservice
"Nordirland: Ein solitäres Wort und schon drängt sich der Begriff "Gewalt" unvermeidlich mit in den Gedankengang. Bartels (34) hat diese Kettenreaktion nicht nur von außen begriffen, er macht sie vielmehr zum bös lumineszierenden Wasserzeichen, das auf jeder Seite seines Debütromans durchschimmert und dem Leser keinen einzigen behaglichen Moment gönnt. (...) "Black Taxi" zeigt drastisch, wie schwer das Gegensteuern im Strudel der Gewalt ist und beweist mit Mut zur Skurilität, dass der Autor Irland kennt."
(EKZ-Bibliotheksservice)
Im Strudel irischer Gewalt
Dominik Bartels las in Alter Stellmacherei in Gadenstedt aus seinem Debütroman
Einblicke in seinen 2006 erschienenen Debütroman „Black Taxi“ gewährte Autor Dominik Bartels am Freitagabend in der Alten Stellmacherei in Gadenstedt. Thematisch zugeschnittene musikalische Unterstützung erfuhr der Helmstedter durch die einfühlsamen irischen Klänge des Duos „2Klang“, bestehend aus Anna Wirth (Querflöte) und Holger Becker (Keyboard), das die Gunst des Publikums in den Lesepausen spielend erwarb.
Bartels` Roman ist angesiedelt in Belfast, Nordirland. Auf den ersten Blick könnte man vermuten, dass es sich um einen Roman á la Bill Bryson handele, in dem ein Autor die grüne Insel in ihrer ganzen Vielfalt präsentieren möchte. Weit gefehlt. „Black Taxi“ ist keine Reiseerzählung, die mit schillernden Landschaftsbeschreibungen und amüsanten Anekdoten unterhalten möchte.
Der Roman katapultiert den jungen, unerfahrenen Studenten Martin an die Belfaster Queen´s University. Dem Leser wird ebenso schnell wie dem Protagonisten klar, dass sich dieser auf heikles Terrain begeben hat: Militärische Straßensperren und eine in zwei Lager gespaltene Stadt konfrontieren Martin jäh mit der grausamen Realität eines von Hass und Gewalt dominierten Belfasts.
Bartels weiß mit den Gefühlen seiner Leser zu spielen. Immer wieder wiegt er sie mit lustigen Episoden aus Martins Studentenleben in Sicherheit, bis er ihnen erneut brutale Realität an den Kopf wirft: Der Protagonist gerät in einen Bombenanschlag und erlebt das Geschehen wie in Zeitlupe. Diese Zeitraffung wirkt für den Leser quälend, ebenso wie für Martin der Anblick der Verletzten, Toten unerträglich ist.
Solche Erlebnisse stellen den Protagonisten dieses Entwicklungsromans vor eine harte Reifeprüfung. Immer wieder hineingezogen wird der „neutrale Deutsche“ in einen Strudel aus nordirischer Gewalt. „Neutralität gibt es hier nicht, man muss sich für eine Seite entscheiden“, verbalisiert ein Taxifahrer das Dilemma, das Martin während des ganzen Romans durchlebt. Tatsächlich findet er sich inmitten von Straßendemonstrationen beider Lager, Protestanten und Katholiken, wieder, bis Martin am Wendepunkt am eigenen Leib Gewalt erfährt und dabei einen tragischen Verlust zu beklagen hat.
„Black Taxi“ ist zu 80 Prozent ein Erfahrungsbericht des Autors. 1990/91 lebte er selbst im nordirischen Derry und hat dort die religiös und politisch brisante Situation hautnah miterlebt. Zum Verarbeiten der Erlebnisse brauchte Bartels 15 Jahre, zum Schreiben lediglich 8 Monate. „Mir ist klar geworden, dass Intervention von Außen bei solchen Konflikten zu keiner Lösung führt“, erklärt der Helmstedter. „Als Außenstehender kann man die Probleme eines Landes nur schwer nachvollziehen, schon gar nicht lösen.“
(Kirsten Rehbock, Braunschweiger Zeitung vom 21.01.2008)
Mit dem „Black Taxi“ durch Belfast
„Schaukelndes Entsetzen, fröhliche Stunden, hüpfender Tod“:Dominik Bartels stellt neues Buch in der Alten Stellmacherei vor
Er scheint zu haben, was ein erfolgreicher Romancier braucht: Humor, ein Gefühl für Dramatik und Spannungsbögen und einen Hauch Ironie. Dominik Bartels selbst verlegter Erstling „Black Taxi“ bedient allerdings nicht den literarischen Mainstream, sondern lüftet den Vorhang vor einer dunklen thematischen Nische.
Lahstedt-Gadenstedt. Die Bühne für Bartels jüngste Autorenlesung über den Nordirland-Konflikt der 90er Jahre bot ihm Jutta Reuting in der Alten Stellmacherei, etwa 40 Zuhörer interessierte das Thema.
Das Besondere an Bartels Buch ist die Sichtweise: Martin, 18-jähriger deutscher Student, absolviert in der nordirischen Hauptstadt Belfast an der Queens Universität sein Auslandssemester. Fest entschlossen, sich aus allen Konfessions- oder Minderheiten-Konflikten herauszuhalten, begreift er schnell, dass er seine Neutralität aufgeben muss.
In weiten Strecken sei der Roman autobiografisch, erläutert der Autor, er selbst habe in Nordirland zu Beginn der 90er Jahre gelebt, wenn auch nicht in der Hauptstadt und verbinde in seinem Buch Erlebtes mit Fiktion.
Sein Hauptdarsteller freundet sich gleich nach seiner Ankunft mit dem katholischen Taxifahrer Sean an, der ihn in seine Familie und die Lebensweise irischer Katholiken einführt. Witzig, ironisch und rustikal erzählt Bartels, wie die Menschen versuchen, das Grauen des nordirischen Alltags zu verdrängen und lullt die Zuhörer ein mit Schilderungen über den ersten Besuch im Pub, die Wirkungen und Folgen des Alkoholrausches, Lustigkeiten aus dem studentischen Dasein.
Und als er sie auffordert, die Augen schließen, um die persönliche Vorstellungskraft zu schärfen, folgen ihm viele (zu) bereitwillig und tappen in einen grausigen Hinterhalt. Drastisch, aber zutiefst poetisch beschreibt Bartels ein grässliches Bomben-Attentat, lässt in Zeitlupe und in völliger Lautlosigkeit Gliedmaßen blutend durch die Luft segeln, Trümmer bersten, den Tod auf der Suche nach Klientel darin herumhüpfen und das Entsetzen über allem schaukeln. Später wird sein Protagonist als Demonstrationsteilnehmer verletzt, seine Freunde Opfer von Gewalt.
Kunstvoll gelingt es Holger Becker (Klavier) und Flötistin Anna Wirth, Bartels Vortragspausen mit beruhigenden Klängen zu füllen und die Fantasie der Zuhörer zu beruhigen.
Bartels verarbeitet auch seine tiefe Abscheu vor dem brechreizerregenden Spießrutenlauf katholischer Grundschülerinnen und deren Eltern auf dem Weg zur Holy-Cross-Schule im Belfaster Stadtteil Ardoyne. Chronologisch passt diese Episode allerdings nicht in die Zeit der Handlung, denn sie trug sich erst im Juni 2001 zu.
Als literarisches Kontrastmittel gibt´s noch eine Zugabe: „Schnuffi und Bärli“, eine Art gebremst-witziger Mario-Barth-Verschnitt. Nötig hat Bartels diese literarische Form nicht. Denn: siehe oben.
(Ulrich Jaschek, Peiner Allgemeine Zeitung vom 21.01.2008)
Rezension von BLACK TAXI im Leserattenbücherforum
Dieses Buch konnte ich nicht am Stück durchlesen, es bewegt oft zum Nachdenken und ich musste erst einmal verdauen, was ich dort las. Ich habe innerlich gejubelt, gelacht, geweint, gehasst - aber auch gleichzeitig gehofft.
Die Protagonisten werden einem im Laufe der Geschichte immer vertrauter. Die teils schon liebevollen Beschreibungen bleiben im Gedächtnis haften. Der Schreibstil ist sehr locker, wie ein 17jähriger eben denkt und redet, aber dann auch wieder sehr ernsthaft und nachdenklich. Der Stil verändert sich auch im Laufe der Geschichte, da Martin durch seine Erfahrungen schneller reift, als ihm lieb ist.
Dominik Bartels versteht es, seine Leser zu fesseln, auch wenn das Thema eher unerfreulich ist.
Die Spannung baut sich immer mehr auf, bis es dann zu einer richtigen Entladung kommt, und das mehrfach in der Geschichte. Der berühmte rote Faden zieht sich sehr schön durch das ganze Buch. Die Recherche scheint sehr gut zu sein, logische Fehler habe ich keine gefunden. Am Ende des Buches befindet sich ein Glossar, welches Bezeichnungen und Ausdrücke erklärt, die nicht jedem Leser geläufig sind.
Mein Fazit:
Ein absolut zu empfehlendes Buch, flüssig und schonungslos geschrieben. Dominik Bartels werde ich garantiert auf meine Autorenliste setzten, von ihm möchte ich gerne mehr lesen.
(Leserattenbücherforum vom 23.07.2007)
Street-Poetry-Abend: Neue Reihe ist erfolgreich gestartet
Bettina Sternberg und Dominik Bartels lasen im Altstadtcafé - Kritik an Zuständen in Helmstedt
Bei neuen Ideen, so hat die Praxis gelehrt, ist Skepsis oft angebracht. So war das Publikum sehr gespannt, wie die neue Reihe "Street-Poetry-Abend", angeregt durch Dominik Bartels, ihre Premiere besteht. Im Altstadtcafé gab es am Samstagabend ein positives Echo. Die Autoren Bettina Sternberg und Dominik Bartels konnten stilistisch weitgehend überzeugen. Beide sind keine Unbekannten für das Helmstedter Publikum. Mehrmals schon las Sternberg in Helmstedt. Bartels wiederum stellte im Juni 2006 seinen Debütroman "BLACK TAXI" in der Buchhandlung Fröhlich vor. Der Abend blieb vielen in guter Erinnerung.
Die Autoren hatten sich darauf verständigt, Kurzgeschichten vorzutragen. Bartels stellte sich als zorniger junger Mann vor und kritisierte sehr mutig Helmstedter Zustände, zum Beispiel die starren Universitätstage. Schade, dass das alles so plakativ ausfiel und die genaue Durchleuchtung zurückblieb. Der aggressive Ton seiner Short-Stories kam besser an. Häufig provozierten seine pikanten Anmerkungen kräftige Lacher.
Bettina Sternbergs persönliche Erfahrungen verhalfen ihr bei vielen Zuhörern zu einem Plus. Am Schluss aber galt für beide Protagonisten: Zugabe bitte. Und so fügten sie je zwei zusätzliche Einblicke an. Festzuhalten ist die Tatsache, dass neben den Jugendlichen auch ältere Zuhörer starke Zustimmung signalisierten. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Reihe weiterentwickelt und das Helmstedter Kulturangebot um eine freche und kritikfreudige Variante erweitert.
(Erwin Fronhöfer, Braunschweiger Zeitung vom 03.04.2007)
Mit "Black Taxi" durch Belfast
Umstrittenes Erstlingswerk von Dominik Bartels / Lesung und Diskussion
In Belfast am Anfang der 90er Jahre befand sich am Mittwochabend das Publikum der Autorenlesung im ver.di-Bildungszentrum Walsrode. Dominik Bartels las aus seinem umstrittenen und viel diskutierten Debütroman "Black Taxi". Unterstützt wurde der 33-jährige Autor vom Duo Holiphon, das die Lesung mit den passenden irischen Klängen untermalte.
Walsrode. Zusammen mit der Hauptfigur, dem 17-jährigen Martin, erleben die Zuhörer die Konflikte zwischen Protestanten und Katholiken in der nordirischen Hauptstadt. Der junge Deutsche kommt in eine Stadt, die er nur aus den Schauermeldungen der Presse kennt, und ist wenig begeistert darüber, dass er an der Queens University studieren soll. Doch dann lernt er Land und Leute kennen, trinkt sein allererstes Bier in einem irischen Pub - inklusive des Katers am Morgen danach - und erlebt das feuchtfröhliche Studentenleben der Iren.
Aber natürlich erfährt er auch die grausame Seite Nordirlands und den Hass. Sogar einen Bombenanschlag muss er miterleben und die Erfahrung machen, dass man nicht neutral sein kann in einer solchen Stadt, denn auch er muss sich entscheiden auf welcher Seite er steht.
Acht Monate schrieb der nebenberufliche Autor, der selbst einige Zeit in Nordirland gelebt hat, an dieser brisanten Geschichte. Sie schildert den Konflikt einmal von der anderen Seite, nämlich aus katholischer Sicht. Dafür und für den individuellen Schreibstil erntete er viel Kritik. "Das Buch und die Sprache haben Ecken und Kanten, das weiß ich", sagte Bartels, der dem Publikum nach der Lesung noch für Fragen und Widmungswünsche zur Verfügung stand. Aber genauso habe er das gewollt. An einem zweiten Werk arbeitet der Autor bereits, der eigentlich in der Welt des Poetry Slam zu Hause ist, einem Wettstreit von Kurzgeschichtenautoren, bei dem das Publikum über Sieg und Niederlage entscheidet.
(Walsroder Zeitung vom 24.02.2007)
Rezension im Irland Journal - XVII, 4.06
Black Taxi - ein Roman von Dominik Bartels
"Vorbemerkung: Die Geschichte, die das Buch erzählt, ist so abstrus, dass sie schon beinahe wahr sein könnte....
...Das Buch ist ein spannender Actionroman, der laut Klappentext teiweise auf eigenen Erlebnissen des Autors basiert. Man merkt beim Lesen, dass Dominik Bartels sich in Belfast gut auskennt. Der Autor bezieht eindeutig Partei, nämlich die der katholischen Seite, repräsentiert durch die Familie der Geliebten des Helden. Die andere Seite wird praktisch ausschließlich dargestellt durch stiernackige, gemeine und gewalttätige britische Soldaten, die die Katholiken terrorisieren. "Freundliche" Iren tauchen praktisch nicht auf. Wenn der Autor tatsächlich derartig involviert war, kann man seine einseitige Position verstehen. Ich habe jedoch einige Zweifel. Die Geschehnisse in Ardoyne sind ja real passiert, allerdings in erster Linie als Medienerzeugnis in der internationalen Presse. Das, was Dominik Bartels da beschreibt, und wie er seine eigene Verwicklung schildert, hat so nicht stattgefunden. Deshalb glaube ich eher, dass dieser Roman viel mehr Fiktion enthält, als er glauben macht. Oder machen will? Genau das ist der Knackpunkt. Man kann es letztlich nur dem Leser überlassen, ob er die Geschichte als reine Fiktion oder verkleideten Tatsachenbericht betrachten will. Egal, was nun stimmt, spannend ist die Story auf jeden Fall. Und Spannung erfordert keine Logik. Eine wichtige Nachbemerkung: Der Text beschreibt das Nordirland der 90er Jahre. Der Ardoyne-Vorfall war wenige Tage vor dem Al-Kaida-Anschlag auf das World Trade Center am 11.9.2001. Die Kontrollen sind seit Jahren ebenso passé wie die Militärpräsenz auf den Straßen. Nordirland ist heute anders. Da nirgendwo ein Datum genannt wird, muss derjenige Leser, der die Ereignisse nicht so gut kennt, glauben, das sei das Nordirland der Jetztzeit. Das aber ist falsch."
(Anmerkung des Autors: An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass Black Taxi kein Tatsachenbericht ist. Diesen Anspruch stellt das Buch an keiner Stelle. Es handelt sich um einen Roman, welcher fiktionale mit autobiographischen Elementen verbindet. Der Kritik, dass der Vorfall in Ardoyne aus dem zeitlichen Kontext gerissen ist, kann man folgen. Allerdings sollte beachtet werden, dass es diese Übergriffe auf Grundschulkinder schon zu früheren Zeiten und an anderen Orten Nordirlands gegeben hat.)
Ein Grübler zwischen Akten und Poesie
Dominik Bartels veröffentlicht seinen Debüt-Roman "Black Taxi"
Braunschweig. Seine Geschichten kommen ihm beim Marathon-Laufen. Auf den einsamen Kilometern rund um Helmstedt entwickelte Dominik Bartels auch seinen Debütroman "Black Taxi".
"Ich bin ein Einzelgänger", gibt der 32-Jährige zu. "Auch als Schriftsteller verarbeite ich meine Gedanken mit mir selbst. Andere machen das vielleicht eher in einem Gespräch."
Wortkarg ist Bartels, der hauptberuflich bei der Stadt Helmstedt arbeitet, allerdings beim Interview überhaupt nicht. Im Gegenteil. Sehr offen redet er über die Entstehung von "Black Taxi". "Der Roman ist zum großen Teil autobiographisch. Ich erzähle darin meine Erlebnisse in Nordirland zu Beginn der 90er Jahre".
Diese Erinnerungen aufzuschreiben, kostete Bartels viel Mühe. "Ich habe 15 Jahre gebraucht, bis ich mich an den Roman gewagt habe. Meine Freunde haben mir immer wieder Mut gemacht."
"Black Taxi" ist in der Tat keine leichte Kost. Der Roman erzählt die tragische Geschichte eines deutschen Studenten, der in Nordirland in den Strudel der Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken gerät und miterlebt, wie seine engsten Freunde Opfer der Gewalt werden. Bartels erspart dem Leser nichts, vermeidet aber platte Effekte und vergisst auch nicht, die poetischen, witzigen und zutiefst positiven Seiten zu zeigen: Zum Beispiel die Hilfsbereitschaft und starke Solidarität unter den Familien.
"Mit dem Roman möchte ich vor allem Jugendlichen deutlich machen, wie schmal der Grat zwischen Recht und Unrecht, zwischen Freiheit und staatlicher Gewalt ist", sagt der Autor, der 1973 in der DDR geboren wurde und sich noch gut an seine Jugend im Sozialismus erinnern kann. Sein neues Projekt arbeitet - wie könnte es anders sein - wieder ein Thema der Vergangenheit auf: Die Verbrechen der russischen Armee in der DDR. Das Buch erscheint voraussichtlich im kommenden Jahr.
Könnte er sich vorstellen, nur noch zu schreiben? Bartels lacht: "Die Schriftstellerei ist eine brotlose Kunst. Leider. Denn Bücher sind meiner Meinung nach lebenswichtig."
(Birgit Leute, neue braunschweiger vom 03.12.2006)
Menschen, Worte, Emotionen: Der Helmstedter Poetry Slam
Eigene Texte von hoher Qualität im Autohaus Bottke
"Helmstedt. Am Sonnabend kamen wieder viele Besucher ins "Kulturzentrum Bottke", dem für diesen Abend so betitelten BMW Autohaus in Helmstedt. Zehn "Poeten" traten beim zweiten Poetry Slam gegeneinander an.
....Der letzte Redner vor der Pause war Dominik Bartels. Dieser verstand es, die durch die vorhergehenden Texte etwas melancholische Stimmung wieder ins absolute Gegenteil zu verwandeln. Sein Text "Das erste Mal" handelte von einem Mann Mitte 30, der das erste Mal von seinem besten Stück im Stich gelassen wird. Besonders amüsant dabei: Die Betrachtungsweise verschiedener Berufe bezüglich der unangenehmen Situation. Der Vergleich Soldat: "Stillgestanden Kamerad!" und Sozialpädagoge: "Lass den Kopf nicht hängen mein Freund, wir können darüber reden..." mit Automechaniker: "Mist. Jetzt ist er kaputt, ob es für das Baujahr noch Ersatzteile gibt?" war schlichtweg zum Schreien komisch - das Publikum wusste dies zu würdigen und bescherte Bartels ebenfalls den Einzug ins Finale...."
(Helmstedter Blitz vom 08.11.2006)
Bewegendes "Black Taxi"
Überzeugende Autorenlesung des Helmstedter Schriftstellers Dominik Bartels
"Auf starkes Interesse stieß die Lesung des Helmstedter Autors Dominik Bartels in der Buchhandlung Fröhlich.
Gleich bei ihrer Begrüßung stellte Buchhändlerin Ute Hoffmann den Literaturfreunden einen aufregenden, aufschlussreichen Abend in Aussicht. Nach dem Lesen des Debütromans sei sie von der Qualität überrascht und sehr erfreut gewesen.
Dominik Bartels, der bei der Stadt Helmstedt tätig ist, gelang tatsächlich ein großer Wurf. Es gelang ihm auf Anhieb, biografische und fiktionale Elemente zu verbinden und so eine Lektüre zu vorzulegen, die spannend, tieftraurig und schicksalsschwer die realen Hintergründe in Nordirland und Belfast aufzeigt. Mit 17 Jahren kam Dominik Bartels mit den auch nach über 15 Jahren noch immer schwelenden Konflikten in Berührung, wurde hineingerissen in den Sog von Grausamkeit und Unmenschlichkeit.
Der jetzt 32-Jährige war zwischenzeitlich mehrmals in den Krisengebieten und schrieb nun seinen Roman "Black Taxi" in weniger als 12 Monaten.
Er wurde immer wieder gedrängt, sich frei zu schreiben und dies ist nun in hervorragender Weise gelungen. Viel Mut war nötig, um die schockierenden Erlebnisse aufzugreifen.
Es bleibt die Hoffnung, dass Bartels auch weiterhin brisante Themen aufgreifen wird. Einen Vorgeschmack gaben seinen beiden Gedichte zu Beginn - "Selbstmord" und "Gina". Eine kernige Persiflage enthielt seine Zugabe nach dem starken Schlussbeifall: "Männer - die furchtlosen Wesen", dies sind "Memmen" bei einem Zahnarztbesuch.
Das Erstlingswerk, seit Mai im Buchhandel, kostet 14,80 € und der Reinerlös des Buchverkaufs kommt Amnesty International zugute."
(Braunschweiger Zeitung vom 09.06.2006)
Bad Langensalzaer Autor gibt Roman-Debüt
"Zu einer ganz besonderen Autorenlesung lud am Freitagabend das Team der Salza-Buchhandlung ein. Der ehemalige Kurstädter Dominik Bartels stellte dort seinen Erstlingsroman "Black Taxi" vor.
Dieses Ereignis wollten sich viele Bad Langensalzaer nicht entgehen lassen. So saß auch Rolf Krause, Bartels ehemaliger Schulleiter, in der Buchhandlung, um zu sehen, was aus seinem inzwischen 33 Jahre alten Schützling geworden ist.
Der Autor verbrachte seine Kindheit in Bad Langensalza, ging hier aufs Gymnasium und zog anschließend für ein halbes Jahr nach Nordirland. Seine Erlebnisse in einer Zeit des Bürgerkriegs und Terrors in diesem Land haben tiefe Spuren bei Dominik Bartels hinterlassen. Für sich behielt er seine Erfahrungen und Eindrücke nicht. Er verarbeitete sie in faszinierender Art und Weise in seinem Debütroman.
Martin heißt die Hauptfigur in "Black Taxi". Der junge Student durchlebt Situationen voll Humor und Gefühl. Aber auch schockierende Passagen hat "Black Taxi" zu bieten. All das mache den Roman zu einem Lesegenuss, bilanzierten die Zuhörer in der Salza-Buchhandlung..."
(Thüringer Allgemeine vom 23.05.2006)
Anmerkung des Autors: Das man mich ein Jahr älter gemacht hat, schiebe ich einfach auf den abgeklärten Eindruck den ich hinterlassen habe. Sachlich falsch ist dagegen die Aussage, dass ich das Gymnasium in Bad Langensalza besucht habe. Durch meine Weigerung, die Nationale Volksarmee mit einer 3-jährigen Anwesenheit zu beglücken, wurde mir der Besuch der EOS (westdeutsch: Gymnasium) verwehrt.
Rezension über BLACK TAXI
„...Das Buch ist bei „Books on Demand“ erschienen, wird also nicht von einem großen Verlag vertrieben, sondern ist auf einzelne Bestellungen angewiesen. Die aber sollten ob der Qualität eigentlich nicht ausbleiben, und gern übersieht man auch den etwas „handgemachten“ Charme, der durch das enge Schriftbild und das fehlende Lektorat entstanden ist.
Aber sagen wir es mit knappsten Worten: Den neuen Bartels gelesen. Gelacht. Geweint. Nicht wieder aus der Hand legen können. Mit dem Helden gelitten, geliebt, gereift. Eine Menge über Nordirland, seine Konflikte und seine kauzigen Einwohner erfahren. Dankbar, dass sich endlich mal wieder ein Romanautor an dieses brisante Thema gewagt hat. Schon jetzt neugierig auf den nächsten Bartels, der, wie man munkelt, bereits in Arbeit sein soll.“
(Rezension in „Markt 1 aktuell“, Ausgabe 02/06)
1.Helmstedter Poetry Slam: Junge Dichter stellten Geschichten in sieben Minuten vor
Das Autohaus Bottke wurde am vergangenen Samstag für einen Abend zum kulturellen Mittelpunkt Helmstedts. Neun Freizeitautoren traten mit ihren Werken gegeneinander an, um den Sieger des 1. Helmstedter Poetry Slam, veranstaltet von der Kulturinitiative CUKS, zu ermitteln.
...Dominik Bartels schockierte mit „Bomben in Belfast“, in dem er die Schrecken des nordirischen Terrors beschrieb. „Leichtfüßig springt der Tod zwischen den Trümmern umher“, hieß es dort.“
(Braunschweiger Zeitung vom 31.Oktober 2005)